Zu den klaren Rückschritten in macOS 27 Golden Gate gehört der Bereich Apple Intelligence. In macOS 26 Tahoe kann man die LLM-Funktionalität über die Systemeinstellungen deaktivieren - in macOS 27 ist dies nicht mehr möglich. Fast noch schlimmer: Apple Intelligence belegt unter macOS 27 bis zu 30 GB Speicherplatz (vor allem auf neueren Rechnern, auf denen das Modell AFM 3 Core Advanced läuft), was besonders bei Apples knausrigen Standardkonfigurationen mit kleiner 256-GB-SSD eine Zumutung ist.
Der Umstand, dass in macOS 27 weder Apple Intelligence abgeschaltet noch die dafür benötigten Modelle gelöscht werden können, um Speicherplatz zu gewinnen, wirkt bevormundend, intransparent und gängelnd. Ein nutzerfreundlich-symphatisch-transparenter Ansatz wäre:
Apple Intelligence sollte sich sowohl komplett ausschalten (mitsamt automatischer Löschung der dazugehöriger LLMs) als auch nur für bestimmte Bereiche/Funktionen in einem zentralen Bereich feingliedrig einschalten/steuern lassen. Firefox ist hier ein gutes Vorbild: Die integrierten LLM-Funktionen können auf einer übersichtlichen Einstellungsseite entweder komplett ausgeschaltet oder einzeln (de-) aktiviert werden - dabei wird jede Funktion ausführlich beschrieben, das Blockieren sorgt für das automatische Löschen der Modelle.

Bild: Apple.
Zwar gibt es in macOS 27 einige Einstellungsoptionen für Apple Intelligence, diese sind aber nicht sehr zahlreich, decken nur einen Bruchteil der LLM-Funktionalität ab und sind über mehrere Apps verstreut. Einzig das neue "Siri AI" (derzeit als Beta nur auf Englisch) lässt sich über die Systemeinstellungen deaktivieren - in macOS 28 dann vielleicht auch nicht mehr?
Dabei hat Apple Intelligence - abseits zahlreicher Gimmicks und Spielereien - auch nützliche Funktionen an Bord, darunter Visual Intelligence, Transkripte und AirPods-Liveübersetzung, die den Alltag vereinfachen können. Apples gewählter bevormundend-intransparenter Ansatz überschattet jedoch in negativer Weise diese praktischen Helfer.
Dabei musste Apple erst in macOS/iOS 26 mit "Liquid Glass" eine Lektion lernen: Wenn eine zentrale Neuerung derart auf Ablehnung stößt, weil sie schlecht durchdacht, unpraktisch oder sogar störend (schlechte Lesbarkeit, nicht augenschonend...) ist, gehen die Nutzer auf die Barrikaden, indem sie den Umstieg auf eine neue Betriebssystem-Hauptversion in großer Zahl verweigern, wie bei Version 26 geschehen, was Apple dann in der Telemetrie sieht. Ein Jahr hat Apple gebraucht, um die gröbsten Schnitzer aus "Liquid Glass" glattzubügeln und mit Systemversion 27 endlich einen Einstellungsregler für die Transparenz anzubieten, den es von Anfang an hätte geben müssen.
Bei Apple Intelligence ist es ähnlich: Der Nutzer sollte entscheiden dürfen, ob bzw. in welchem Umfang er eine zentrale Funktionalität nutzt. Und schon gar nicht sollte das Startlaufwerk mit bis zu 30 GB an LLM-Modellen zugeschüttet werden, obwohl man sie gar nicht einsetzt bzw. benötigt.
Wie viel Speicherplatz Apple Intelligence belegt, lässt sich in den Systemeinstellungen => Allgemein => Speicher herausfinden (dort ganz nach unten bis zur Zeile "macOS" scrollen und das "i"-Symbol daneben anklicken).
